Zielgruppe

Eine Aufnahme erfolgt koedukativ im Alterssegment ab 0 Jahren

Aufgenommen werden koedukativ Kinder und Jugendliche im Alter ab 0 bis 3 Jahren, für die ein Hilfebedarf nach der vorstehenden Rechtsgrundlage vorliegt.

Die Aufnahme „älterer“ Kinder ist in Ausnahmen möglich, bedarf jedoch einer Prüfung im Hinblick auf die Konformität der bereits aufgenommenen Kinder.

Der Schwerpunkt der aufgenommenen Kinder umfasst Auffälligkeiten/Diagnosen im Bereich der Traumafolgestörung und Bindungsstörung infolge besonderer Ereignisse und/oder Zustände aus dem Umfeld des Familiensystems bzw. der Biografie.

Hierzu zählen wir auch Störungsbilder/Entwicklungsverzögerungen im emotionalen, empathischen, kognitiven Bereich als auch Retardierungen im reaktiven Bindungsverhalten, Störungen im Zusammenhang mit jugendpsychiatrischen Krankheitsbildern und Verhaltens- bzw. Entwicklungs- und Persönlichkeitsstörungen.

Entscheidend für eine mögliche Aufnahme ist, ob eine Integration in unsere Gruppe möglich erscheint. Dies gilt es insbesondere bei Kindern, welche nicht über eine absehbar längerfristige Vormundschaft/Pflegschaft verfügen bzw. in entsprechenden Verfahren dies erst zukünftig zu entscheiden ist.

In diesen Fällen erfolgt eine Aufnahme unter Vorbehalt des bestätigten Sorgerechtsentzugs. Sollte dieser unmittelbar oder zu einem späteren Zeitpunkt widerrufen werden, ist eine wesentliche Grundlage der Aufnahme/Betreuung des/der Kinder nicht länger gewährleiste.

Etwaige fachärztlichen Beschreibungen, in Form einer Epikrise oder entsprechenden Diagnostik nach ICD10/ICD11, sind insbesondere dann erforderlich, wenn diese bereits vorliegende Einschätzungen absichert bzw. für die richterliche Verfahrensfeststellung der jeweiligen Regelung für die Vormundschaft / Pflegschaft von Bedeutung waren.

In einem abschließenden Gespräch mit dem Sorgeberechtigten (Vormund/Pflegschaft) sowie dem fallzuständigen Mitarbeiter des Jugendamtes – ggf. auch mit behandelnden Therapeuten/Verfahrensbeistand… – versuchen wir die Zielsetzung/Erwartungshaltung und bekannte bzw. erwartete Problemfelder „aufzunehmen“.

Leistungsumfang der stationären Hilfe

Die Art der Leistung umfasst die stationäre Hilfe in Form von Heimerziehung nach den §§ 27 (Hilfe zur Erziehung…), §34 (Heimerziehung…), §35 (Intensive pädagogische Einzelbetreuung), §35a (Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder…), §39 (… Leistungen zum Unterhalt des Kindes) sowie §41 (… Nachbetreuung) gemäß SGB VIII.

Darüber hinaus werden – zusätzlich beauftragte – individuelle therapeutische Leistungen erbracht, welche über den Rahmen eines klassisch (heil-)pädagogischen Leistungsbereichs hinausgehen. Dies mit dem Ziel, frühkindliche Entwicklungsdefiziten möglichst frühzeitig zu erkennen bzw. diese im Rahmen der täglichen Arbeitsweise individuelle zu kompensieren.

Dieses Angebot richtet sich in der Regel an koedukative Kleinkinder und Kinder, welche bereits zur Aufnahme/nach Aufnahme psychische/psychiatrische Verhaltensauffälligkeiten zeigen, welche im Rahmen von biografischen Traumatisierungen und dementsprechenden Traumafolgestörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen, psychischer und / oder emotionaler Gewalterfahrung, reaktiver Bindungsstörungen… als auch fortgesetzter psychischer und/oder physischer Misshandlung und / oder fortgesetzten Missbrauchserfahrungen…. als auch als Folge von Suchtmittelmissbrauch während der Schwangerschaft… auftreten bzw. zu erwarten sind.

Kriterien für eine negative Aufnahmeentscheidung

Nachfolgende Definitionen, welche im Verlauf der Aufnahmeevaluation zur Ablehnung führen könnten:

  • Ausgeprägte geistige und/oder körperliche Behinderungen (autistische Störungen (frühkindlicher Autismus/Asperger Syndrom), fetales Alkoholsyndrom FAS (Vollbild), psychosoziale Deprivation…)
  • Alkohol- und/oder Drogenmissbrauch (Abhängigkeitssyndrom durch psychotrope Substanzen…)
  • Potentielle Gewaltgefährdung und/oder -bereitschaft (insbesondere in Verbindung mit deutlich eingeschränkter Impuls-/Affektkontrolle…)
  • Rücknahme des Sorgerechtenzugs bzw. bevorstehende/absehbare Rückübertragung (laufendes Verfahren bzw. Widerspruchsverfahren in höherer Instanz ohne ausreichende/gerichtsverwertbare Feststellung der Gefährdungslage des Kindes…)
  • Ablehnung/Einstellung der mit Aufnahme/nach Aufnahme vereinbarten therapeutischen Maßnahmen (entgegen einer unverändert bestehenden Notwendigkeit – beispielsweise aufgrund eines „kleinschrittigen“ bzw. „eingeschränkten“ Entwicklungsfortschritts und/oder anderslautender Beurteilung bei Wechsel der Fallzuständigkeit…)