Leitgedanke

Als koedukativ stationäre Einrichtung für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder (Aufnahmealter 0+) ist eine familienanaloge Konzeption ein wesentliches Leistungsangebot und bietet so – insbesondere Säuglingen und Kleinkindern – einen adäquaten Rahmen der Nähe, Fürsorge, Stabilität sowie Geborgenheit durch verlässliche und kontinuierliche Beziehungssysteme als auch dem benötigten Schutz- und Explorationsraum für die zumeist notwendige Kompensation frühkindlicher Entwicklungsdefizite.

Dies jeweils mit dem Ziel, bereits von Anfang an – in geeigneter und kompensatorischer Art und Weise – unmittelbar nach der Aufnahme ein geeignetes und stets individuellstes Setting zu installieren und roulierend – entsprechend den Erkenntnissen / Erfordernissen – anzupassen (ergänzend zu pädagogischen Konzepten).
Insbesondere bei Kleinst- und Kleinkindern steht stets die Entwicklung / Anwendung von verlässlichen, engen und präsenten Bindungssystemen im Vordergrund, um auf dieser Basis eine frühzeitige Prophylaxe für sich aufbauende Entwicklungsschritte initialisieren zu können (intensive / kompensatorische Bindungs- und Beziehungsarbeit).

Auf dieser Basis erlebt das Kleinkind eine entwicklungspädagogisch zielführende, korrigierender und zugleich individuelle als auch kindgerechte Dimension von Verlässlichkeit, Kontinuität, Vertrauen als auch Transparenz.

Die Selbstwirksamkeit gilt als Basis

Wir bieten den Kindern einen äußerst individuellen Rahmen des Erlebens und Erfahrens ihrer Fähigkeiten als auch beständige und verlässliche Möglichkeiten und Chancen des „Wachsens“ und “Dazugehörens“.

Unser gemeinschaftlich orientiertes als auch konstruktiv und zieldynamisches Zusammenleben in einer familienanlogen Gruppe ermöglicht insbesondere Kleinkindern und Kindern ein enges, konstantes und tragfähiges Bezugssystem aufgrund sich entwickelnder Bindungen, mit individueller und individualisierender Pädagogik als auch therapeutischer Konzeption.

Durch unsere stetige Präsenz im Zusammenleben bieten wir – sowohl für die frühkindliche Entwicklungsphasen als auch die darauf aufbauende psychosoziale, emotionale Entwicklung und die kognitive Förderung – eine elementare Verlässlichkeit durch Empathie und Professionalität in der sich auf- und ausbauenden Beziehung.

Für Kleinkinder/Kinder aus „anspruchsvollen“ Familiensystemen – mit pränatalen und/oder postnatalen bzw. epigenetischen Einflüssen auf die Entwicklung des Kindes – bieten wir sowohl umfassende pädagogische als auch interne und externe therapeutische Hilfen und Unterstützungen.
 
Das Entwicklungsalter ist der Rahmen

Insbesondere im Segment der frühkindlichen Entwicklungssteuerung und Entwicklungskompensation wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche individuelle Konzeptionen erstellt, welche zunehmend den betreuten Kindern einen „neuen“ Start ermöglicht haben.

Wir gehen mit Kontinuität, jedoch auch differenziert und damit effizient, systemisch als auch verlässlich auf die Bedürfnisse – aber auch Defizite und Störungsbilder – unserer Kinder ein.

Kinder dürfen sich bei uns selbst entdecken, zunehmend individualisieren um dadurch zu sich und darüber hinaus zu neuen Chancen sozialer Integration finden.
Hierbei berücksichtigen wir stets das aktuelle Entwicklungsalter.

Dies insbesondere über die jeweils erlebte Biografie – in Form von differenzierten Störungsbilder – als Folge einer zumeist frühkindlichen und manifestierten Traumatisierung und / oder Bindungsstörung welche später zumeist zu einer verschoben Wahrnehmungen der Kinder – in zahlreichen alltäglichen Lebenssituationen – führt.

Selbstbewusstsein und Selbstwert als auch – eine dem Entwicklungsalter entsprechende – Selbständigkeit werden gefördert und zunehmend kompensativ entwickelt.

Hierbei sind möglich Einflüsse aus retardierten Entwicklungsprozessen zu evaluieren bzw. zu berücksichtigen und zu kompensieren.
 
Die Biografie bestimmt den Ansatz

Sowohl das Initialisieren sozialer Normen und emphatischer Werte, das neue Erleben von klaren und verlässlichen Grenzen und bewussten Werten aber auch das Einräumen von Freiräumen – als Voraussetzung für bewusstes Verhalten und die Entwicklung / Förderung von emotionaler Intelligenz und Kompetenz – sind unseren Kindern häufig fremd.

Verfügbarkeit, Abruf als auch Verknüpfung und Anwendung von kognitiven, emotionalen und emphatischen Erfahrungen als auch Lernfeldern, die in bestimmten sozialen Situationen zu einem individuellen Verhältnis von positiven und negativen Konsequenzen führen, sind zumeist keine Frage des Lebensalters, sondern der Umstände des zurückliegenden Erlebens innerhalb der Familien-/Bindungssysteme.

Die Dauer als auch der Umfang / Tiefe dieser Einflüsse bestimmt die Ausgangssituation – die Anzahl der bisherigen Beziehungsabbrüche als auch der Grad der sozialen und emotionalen Beeinflussung als auch Vernachlässigung – den Grad der Belastung.

Die Bewältigung von Alltagsproblemen durch den Einsatz von (über-)lebensnotwendigen Techniken und Handlungskompetenzen, wie beispielsweise die Fähigkeit zur Kompromissbildung und der Bildung und Auseinandersetzung mit Lösungsstrategien bis hin zur Impuls- und Affektkontrolle werden trainiert.
Die ist – nach unserer Erfahrung – als auch im Rahmen der Ergebnisse internationaler wissenschaftlicher Studien keine Frage des Lebensalters, sondern von Lebens- und Lernerfahrungen, welche bereits ab dem frühesten Entwicklungsalter ausgebildet werden.

Pädagogische Arbeit verbunden mit psychotraumatologischen Erkenntnissen – stets auf dem aktuellsten Stand der Forschung und Wissenschaft – sind unser Leitgedanke als auch unsere Konzeption.